„Meinten Sie: Korrekturlesen?“

– fragt Google, die erfolgreichste Suchmaschine der Welt. Eingegeben in das Suchfenster hatte der Internetnutzer „Korrektur lesen“. Und das hatte der User auch gemeint: das Verbgefüge, „Korrektur lesen“, zu finden in der aktuellen DUDEN-Ausgabe auf Seite 605, als Ergänzung unter dem Hauptstichwort „Korrektur, die“. „Korrekturlesen, das“ gibt's natürlich auch, gleich darunter, als Substantivierung besagten Verbgefüges.

Das meinte der Nutzer aber nicht. Immerhin, zahlreiche Treffer gibt Google trotzdem an, da möchte man die höfliche Rückfrage natürlich nicht übelnehmen.
Vielleicht ist die Suchmaschine bei „Auto fahren“ großzügiger? - Nein, das gleiche sprachliche Prinzip (Verbgefüge vs. Substantivierung), das gleiche Ergebnis: „Meinten Sie: Autofahren?“ ­– Nun ja, weiß nicht so genau – ist „Auto fahren“ etwa falsch?

Nein, ist es nicht, aber um das herauszufinden, muss man im Wörterbuch nachblättern, und wer tut das schon in einer virtuellen Welt, in der die Antwort auf alle Fragen „Google“ zu sein scheint? (Ein Anspruch, den die Suchmaschine nie hatte, der ihr aber von vielen aus Bequemlichkeit zugesprochen wird, sogar von manchen eiligen Journalisten, die eigentlich von Berufs wegen nachhaken müssten.)

Immerhin: Die Suchanfrage „Suchmaschine benutzen“ wird ohne entsprechende Rückfrage beantwortet. Bleibt die Frage, wieso es für die die oben genannten Rückfragen eigentlich kein Antwortfeld „Ja, sicher“ vs. „Nein, wieso?“ gibt. Auch die Antwort auf diese Frage lässt sich nicht so einfach per Suchmaschineneingabe beantworten.

 

dass vs. daß

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