Duden ist “Sprachpanscher” des Jahres – oder doch der VDS?

Der Duden ist “Sprachpanscher” des Jahres, teilt der VDS mit. Doch aus satirischer Sicht stellt sich das ganz anders dar: Verein Deutsche Sprache wählt sich selbst zum “Sprachpanscher des Jahres”

Meines Erachtens spricht nichts dagegen, das Wort “Klapprechner” zu gebrauchen, als lockeres Synonym für “Laptop” oder “Notebook”. Aber wenn Leute versuchen, das in den Duden zu bekommen, statt es einfach selbst zu verwenden und abzuwarten, ob es sich ausbreitet, scheut man sich, es zu verweden, um nicht in den Hautgout des Sprachfetischisten zu geraten.

Reflexionsverlust bei Süddeutscher Zeitung

„Mädchen, wie erinnert ihr eure Liebhaber?“

Mit dieser Schlagzeile reiht sich die SZ ein in die Phalanx derjenigen, die „erinnern“ als transitives Verb gebrauchen. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis der Duden nachgibt. Zurzeit führt er das noch als Regionalismus, der in der Standardsprache nicht erlaubt sei.

dml

PS: Reflexionsverlust bezieht sich auf das „sich“. Weitergehende Assoziationen sind zwar nicht verboten, aber auch nicht beabsichtigt. Die Redaktion wird sich sicher was dabei gedacht haben.

Nix mit Herr Professorin

Einen Preis für die irreführendste Schlagzeile hat sich Spiegel Online verdient, als das Medium die Einführung eines generischen Femininums durch die Universität Leipzig mit dem Märchen ausstaffierte, dass es an der Uni künftig “Herr Professorin” heiße. Bleibt die Frage, ob das Schluderei oder Sensationsmache war. Vielleicht beides, nach dem Motto
“Ich lass mir doch nicht meine Story durch gute Recherche kaputtmachen”.

Zu generischen Feminina und Maskulina siehe auch http://interkorrektor.de/sprachblog-gender-spanisch.php